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Trogkomma


Auf Satellitenbildern sieht man hin und wieder hinter Kaltfronten oder Okklusionen auf der Rückseite von Tiefdruckgebieten kleine kommaförmige Gebilde.


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Trogkomma am 8. März 1988 südwestlich von Island

Quelle: NOAA quicklooks from NEODAAS/University of Dundee


Diese sogenannten Trogkommas oder Kommawolken genannten Gebilde sind keine normalen Tiefdruckgebiete, welche an der Polarfront entstehen. Solche Trogkommas entstehen im zentralen Bereich eines Höhentrogs. Auch im Bodenbereich zeigen die Isobaren hier eine mehr oder weniger starke Ausbeulung, die wir schon als Boden- oder Rückseitentrog kennengelernt haben.

Trogkommas zeigen eine deutliche zyklonale Rotation, wie man sie auch von Tiefdruckgebieten kennt. Der obere Bereich, der Kopf, dreht sich im weiteren Verlauf immer mehr zyklonal (gegen den Uhrzeigersinn) ein, wie man es von den Okklusionsfronten her kennt.

Im Bereich von Trogkommas ist mit starken schauerartigen Niederschlägen und auch Gewittern zu rechnen. Im Winter bringen sie oft starke Schneefälle mit sich. Da Trogkommas immer im zentralen Bereich eines Höhentrogs und damit auf der Rückseite von Tiefdruckgebieten entstehen, geht ihnen meist kühles Schauerwetter voran bzw. folgt es ihnen auch nach ihrem Durchzug.



Trogkomma auf dem Nordatlantik am 7./8.12.2004

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07.12.2004 13.56 UT 07.12.2004 18.34 UT
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07.12.2004 23.47 UT 08.12.2004 08.18 UT

Quelle: NOAA quicklooks from NEODAAS/University of Dundee



Trogkomma Nordsee / Niederlande am 17.02.2000

Die ersten beiden Satellitenbilder (NOAA) zeigen mehrere Trogkommas. In diesem Fall ist das Komma knapp unterhalb der Bildmitte gemeint. Auf den dritten Bild hat es sich deutlich verwirbelt und sieht wie ein Tief im Miniformat aus. Es brachte den Niederlanden und Teilen von Deutschland Schneeschauer.

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16.02.2000 14.40 UT 16.02.2000 16.43 UT
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17.02.00 04.35 UT 17.02.00 08.14 UT

Quelle: NOAA quicklooks from NEODAAS/University of Dundee


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Bodendruck und 500 hPa Höhenwetterkarte vom 17.02.2000, 0 Uhr UT
Über Niederlande und Belgien ist eine deutliche Beule (Austrogung) der Isobaren zu erkennen: Dort liegt das Trogkomma.

Quelle der Karte: Wetterzentrale

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