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Küsteneffekte


Im Grenzbereich zwischen Land und Meer treten bei fast allen Wetterlagen örtliche Besonderheiten auf, die das Wetter hier anders ablaufen lassen, sei es bei der Bewölkung oder dem Wind.



Küstenkonvergenz

Bei auflandigen Winden findet im Bereich der Küste immer eine Verstärkung der Windgeschwindigkeit statt. Wegen der sprunghaft zunehmenden Bodenreibung beim Übertritt vom Meer aufs Land staut sich die Luft direkt vor der Küste. Selbst die kleinste Erhebung und die flachste Küste erzeugt diesen Effekt. Die Folge ist eine Anhebung der Windgeschwindigkeit auf einem schmalen Streifen, der parallel zur Küste verläuft. Aufgrund des Luftstaus wird hier auch eine verstärkte Vertikalbewegung der Luft nach oben ausgelöst und es entsteht Quellbewölkung. Handelt es sich um eine Schauerlage, so werden die Schauer im Bereich der Küste erheblich verstärkt; nicht selten treten hier auch Gewitter auf. Weiterhin vergrößert sich auch der Winkel zwischen Wind- und Isobarenrichtung, d. h. die Windrichtung ändert sich im Bereich der Küste etwas. Man spricht hier auch von einer Küstenkonvergenz, da bei dieser Lage Luftmassen an der Küste zusammenströmen.


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Küstenkonvergenz
© Mario Lehwald


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Küstenkonvergenz an der Nordküste von Fehmarn bei Nordwind
Deutlich ist die verstärkte Wolkenbildung im Bereich der Küste zu sehen
© Mario Lehwald



Küstendivergenz

Daneben gibt es noch die Küstendivergenz, die genau umgekehrt abläuft: Der Wind weht hier vom Land zum Meer. Da die Bodenreibung beim Übertritt vom Land aufs Meer sprunghaft abnimmt, nimmt die Windgeschwindigkeit über dem Meer zu. Da über der See gewissermaßen mehr Luft abtransportiert wird, als ankomt, kommt es im Bereich der Küste zu einem Masseverlust, so daß hier eine windschwache Zone entsteht. Dieser Masseverlust wird von oben her ausgeglichen, so daß die Luftmassen hier absinken und es zu Wolkenauflösungen kommt.


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Küstendivergenz
© Mario Lehwald


Weht der Wind parallel zur Küste, so entsteht ebenfalls ein Starkwindband parallel zur Küste, das durch eine Drängung der Isobaren hervorgerufen wird. Diese Windzunahme ist besonders ausgeprägt, wenn die Küste eine große Erhebung hat oder sogar eine Bergkette ist.


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Küstenparalleler Wind
© Mario Lehwald



Düseneffekte

Wenn der Wind durch eine Engstelle bläst, so nimmt seine Geschwindigkeit im Bereich dieser Engstelle zu. Dies bezeichnet man als Düsen- oder Trichtereffekt. Zwischen zwei Landerhebungen aus dem Meer wie z. B. die Engstelle zwischen Sardinien und Korsika, wird die Luft zusammengepreßt und dadurch beschleunigt wenn der Wind in Längsrichtung dieser Engstelle weht. Der gleiche Effekt tritt auch bei uns auf, z. B. im Fehmarnbelt zwischen der Kieler und der Mecklenburger Bucht, und zwischen der dänischen Insel Kegnaes und der Birknack-Spitze.


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Düseneffekt
© Mario Lehwald



Kapeffekt

Ein anderer Effekt tritt bei ausgeprägten Kaps auf: Weht der Wind quer zum Kap, so entsteht auf der Leeseite eine Zone mit Wirbelbildung. In der direkten Umgebung des Kaps kommt es auch zu einer erheblichen Windverstärkung, da die Isobaren in diesem Bereich verdichtet werden. Man bezeichnet diesen Effekt daher als Kap- oder Eckeneffekt. Der Unterschied zur freien See kann immerhin bis zu 4 Windstärken betragen! Diese Windverstärkung tritt vor allem an der Nordspitze Dänemarks, am Skagerrak auf.


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Kapeffekt
© Mario Lehwald



Inseleffekt

Eine Insel ist immer ein Hindernis im Strömungsverlauf. An ihren Rändern verstärkt sich der Wind deshalb. Auf der windabgewandten Seite kommt es zur Bildung von sogenannten Leewirbeln. Man bezeichnet diesen Effekt auch als Inseleffekt. Der gleiche Effekt tritt auch bei einem fahrenden Auto auf. Wenn z. B. ein Schiff aus einer Bucht heraus kommt, treten durch diesen Effekt plötzlich starke Winde auf.

Diese Winde können leicht Sturmstärke erreichen, wenn sie durch ein vorbeiziehendes Tief verstärkt werden. Das gilt sowohl für den Düseneffekt, den Kap- oder Eckeneffekt und den Inseleffekt.


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