Digitalkameras sind mittlerweile weit verbreitet und haben auch bei mir Einzug gehalten. Bei
ihnen entfällt das Filmmaterial, dessen Entwicklung und das aufwendige Scannen der Bilder.
Wenn man viel fotografiert werden so eine ganze Menge Kosten gespart.
Ein großer Vorteil der Digitalbilder ist auch, daß man die Bilder sofort fertig hat und diese am PC noch weiterverarbeitet werden können. Was nichts geworden ist, kann man gleich nach der Aufnahme wieder löschen. Auch ist die Aufbewahrung der Bilder auf CD's wesentlich platzsparender als Fotoalben oder Diamagazine.
Für Tagaufnahmen muß es nicht unbedingt eine digitale Spiegelreflex sein, da diese noch recht teuer sind. Wer es sich leisten kann, sollte zu einer digitalen Spiegelreflexkamera greifen, da man mit dieser die meisten Möglichkeiten hat und vor allem auch andere Objektive benutzen kann!
Gute Bilder kann man aber auch mit den einfacheren kompakten Digitalkameras machen. Für die reine Darstellung auf dem Bildschirm reicht eine Auflösung von zwei Megapixeln oft noch vollkommen aus. Problematisch wird das erst, wenn größere Abzüge gemacht werden sollen. Für eine Bildgröße von DIN A4 braucht man schon eine Auflösung von mindestens vier Megapixeln!
Gerade für Himmelsaufnahmen wäre ein manueller Fokus schon fast empfehlenswert! Der meist vorhandene Autofokus bei den kleineren Digitalkameras kann oft im Bereich des Himmels nicht scharfstellen, da hier einfach die dazu nötigen scharf umrissenen Strukturen fehlen. Wer es sich leisten kann, sollte eine kompakte Digitalkamera erwerben, bei der man den Fokus zumindest manuell auf unendlich stellen kann. Das reicht völlig aus, da bei Himmelsaufnahmen die Schärfeeinstellung immer auf unendlich liegt!
Bei den Digitalkameras, besonders bei den einfachen und vollautomatischen, gibt es einige Probleme. Eines ist z. B. die richtige Belichtung. Ich sehe immer wieder Bilder auf Webseiten, wo die hellen Stellen z. B. bei Cumuluswolken total ausgebrannt sind und als hellweiße und strukturlose Massen erscheinen. Sowas muß nicht sein!
Links: Zu hell! Ausgebrannte Cumuluswolken
Rechts: Richtig belichtete Aufnahme
Die meisten auch kleineren Digitalkameras haben Meßwertspeicher. Man mißt zunächst die hellsten Stellen in dem Himmelsausschnitt, den man fotografieren will. Dieser muß sich im Meßfeld befinden, welches sich meist in der Mitte des Sucherausschnittes befindet und durch ein Rechteck o. ä. markiert ist.
Bei meiner Kamera wird dieser Meßwert z. B. gespeichert, sobald man den Auslöser
etwas, aber nicht ganz herunterdrückt und ihn so gedrückt hält. Das muß
man eventuell vorher etwas üben, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Dann schwenkt
man die Kamera so, das der gewünschte Bildausschnitt im Sucher erscheint und drückt
den Auslöser ganz durch um das Bild zu machen.
Weiterhin haben viele Digitalkameras auch eine Belichtungskorrektur. Mit dieser kann man eine Aufnahme absichtlich Über- oder Unterbelichten, meist in 1/3 Blendenstufen.
Es ist übrigens empfehlenswert, immer mit eingeschalteten Schirm zu fotografieren! So sieht man gleich wie das Bild aussieht und ob es in etwa richtig belichtet ist! Natürlich wird dadurch der Stromverbrauch höher. Daher sollte man sich lieber einen Akkusatz mehr besorgen und ihn auch immer mit sich führen.
Ein weiteres Problem ist der bei den einfacheren Digitalkameras vorhandene Autofokus, der sich meist nicht auf manuell stellen läßt. Fotografiert man z. B. in den Himmel, kann der Autofokus oft nicht scharfstellen, weil die dafür nötigen scharfen Konturen fehlen. An scharfkantigen Spitzen von Cumuluswolken gelingt dies meist noch. Im anderen Fällen muß man sich einen entfernten Gegenstand suchen, der möglichst hoch ragt. Ist sowas nicht vorhanden, wirds schwieriger. Dann muß man am Horizont scharfstellen; aber dann stimmt die Belichtung nicht mehr, weil der Horizont meist viel dunkler wie der Himmel ist und das Bild dann total überbelichtet wird!
Was kann man hier tun? Hier muß man die schon erwähnte manuelle
Belichtungskorrektur benutzen. Man mißt dazu erstmal wieder die hellste Stelle
des Himmelsausschnittes, den man fotografieren will. Nachdem man den Auslöser halb
gedrückt hat, meldet der Autofokus, daß er nicht scharfstellen kann. Allerdings wird
dann im Sucher meist die richtige Verschlußzeit angezeigt. Diese merkt man sich dann.
Nun geht man mit der Kamera zum Horizont und bringt einen entfernten Gegenstand in das Meßfeld des Autofokus. Man drückt den Auslöser halb und wenn der Autofokus das Signal zur erfolgreichen Scharfeinstellung gegeben hat, ist alles in Ordnung. Nun sieht man, welche Verschlußzeit im Sucher angezeigt wird. In der Regel ist diese viel länger, da es am Horizont immer dunkler ist als im Himmel!
Nun stellt man die Belichtungskorrektur auf Unterbelichtung. Als Richtwert gilt: Eine
Blendenstufe minus ist das gleiche wie eine Halbierung der Verschlußzeit. Hat man vorher
im Himmel 1/500 Sekunde Verschlußzeit und am Horizont 1/250 Sekunde, muß man
die Blende um eine Stufe schließen!
Danach mißt man erneut die Belichtung am Horizont mit halb gedrückten Auslöser und vergleicht diesen Wert mit dem vorher gemerkten. Sind beide identisch, schwenkt man die Kamera in den Himmel und macht die Aufnahme. Natürlich muß man wieder darauf achten, daß der Autofokus vorher scharfgestellt hat.
Eventuell ist aber eine Blendenstufe noch zu wenig und man muß das ganze nochmal mit einem größeren Wert für die Unterbelichtung wiederholen. Das wird solange probiert, bis die Verschlußzeit angezeigt wird, die man sich vorher gemerkt hat. Falls man es nicht ganz genau hinbekommt, darf die Verschlußzeit auch minimal länger sein, z. B. statt 1/125 Sekunde geht auch noch 1/90 Sekunde.
Das ganze ist etwas aufwendiger, aber mit etwas Übung geht das doch sehr schnell. Ich mache das nur so. Allerdings ist eine Kamera, wo man den Fokus manuell zumindest auf Unendlich fixieren kann, wirklich vorteilhaft, weil man sich damit diese Mühe erspart und gleich direkt in den Himmel belichten und fotografieren kann!