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Analoge Fotografie


analog1.jpg In den 80er und 90er Jahren habe ich mit zwei Spiegelreflexkameras mit Negativ- und Diafilmen gearbeitet. Die Filme wurden in Großlabore entwickelt, da ich nie selbst entwickelt habe. Inzwischen haben sich die Zeiten gewandelt und man sieht in den Geschäften nur noch Digitalkameras.

Auch wenn die analoge Fotografie heute fast schon tot ist, bekommt man aber immer noch Filme. Der ein oder andere fotografiert vielleicht immer noch auf Film. Daher werde ich meine Tips aus der Analogpraxis hier beibehalten.



Die Kamera

Grundsätzlich kann man mit jeder Kamera Himmelsfotografie betreiben. Am besten geeignet ist aber eine Spiegelreflexkamera, denn hier hat man einen weitaus besseren Spielraum auch bei schwächerem Licht. Mit Wechselobjektiven kann man den Bildausschnitt verändern. Ein Weitwinkel mit 28 mm Brennweite zeigt z. B. einen guten Überblick. Mit einem Tele von etwa 200 mm Brennweite kann man dagegen weit entfernte Wolken näher heranholen.



Welcher Film?

analog3.jpg Zur Himmelsfotografie empfehlen sich Filme mit geringerer Lichtempfindlichkeit von 100 ASA oder 50 ASA, da diese sehr feinkörnig sind und so eine sehr gute Bildqualität erlauben. Mit den höherempfindlichen Filmen (z. B. 400 ASA) kann man zwar auch noch bei schwächeren Licht fotografieren, aber die Bildqualität nimmt wegen des gröberen Filmkorns deutlich ab!

Weiterhin sollte man entscheiden, ob man Papierbilder oder Dias haben möchte. Dias sind farbkräftiger und können höhere Kontraste darstellen als Papierbilder. Andererseits muß man, um Dias zu gucken, immer erst den Projektor und die Leinwand aufbauen, während ein Fotoalbum sofort zur Hand ist! Wem letzteres nicht stört, sollte auf jedem Fall den Diafilm den Vorzug geben.



Objektive

Für Wolkenaufnahmen sind Normal- und Weitwinkelobjektive am besten geeignet, da sie einen großen Ausschnitt des Geschehens zeigen. Für weiter entfernte Wolken kann man auch ein kleines Tele einsetzen. Gut geeignet ist ein Zoom-Objektiv, bei dem man die Brennweite stufenlos verstellen kann. Dieses sollte am besten den Weitwinkel- bis Normalbereich abdecken, z. B. von 35 bis 70 mm Brennweite. Mit einem zusätzlichen Weitwinkel mit 24 mm Brennweite für große Übersichten ist man dann sehr gut ausgerüstet.



Belichtung

Die Belichtung muß unbedingt in den hellen Stellen des Himmels gemessen werden! Niemals in die Sonne hinein, da dies zu Fehlmessungen und zu stark unterbelichteten Bildern führt. Genausowenig darf die Belichtung an fernen Teilen von Erdboden oder Wasser gemessen werden. Da diese Stellen immer dunkler sind als der Himmel führt das zu vollkommen überbelichteten Bildern!

Weiterhin muß man beachten, das die Kamera grundlegend anders als das menschliche Auge sieht! Das Auge passt sich hohen Kontrasten wie hellen Stellen oder dunklen Schatten rasch an. Die Kamera kann jedoch nur auf eines belichtet werden - entweder auf die dunklen Bereiche, womit die hellen überbelichtet werden und strukturlos weiß erscheinen; oder eben auf die hellen Bereiche, wobei die dunklen Stellen unterbelichtet werden und schwarz erscheinen. Hier muß man vor der Aufnahme entscheiden, welche Stellen wichtiger sind und auf diese korrekt belichten!

Diafilm muß genau belichtet werden, da Korrekturen später nicht mehr möglich sind! Überbelichtungen sehen z. B. häßlich aus. Sicherheitshalber sollten immer mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten gemacht werden! Darunter sollte auch immer eine Aufnahme sein, wo die Blende eine halbe oder ganze Stufe weiter geschlossen wird, als angezeigt. Bei Negativfilmen ist der Belichtungsspielraum etwas größer und kleine Fehler lassen sich später bei der Entwicklung des Abzugs noch korrigieren.



Blende

analog4.jpg Man sollte mit möglichst kleinen Blenden arbeiten, z. B. 8 oder 11. Bei Himmelsaufnahmen braucht man zwar keine große Tiefenschärfe, aber die Bilder bekommen bei Verwendung großer Blenden leicht Vignettierungen (die Ecken werden dunkler), besonders bei Verwendung von Weitwinkelobjektiven, und werden auch kontrastärmer. Gute Ergebnisse erhält man ab Blende 8 oder höher. Natürlich braucht man dafür auch genügend Licht damit die Verschlußzeiten nicht zu lang werden.



Verschlußzeit

analog5.jpg Wenn man aus freier Hand fotografiert, sollten die Verschlußzeiten nicht zu lang werden. Mit einem 50 mm Normalobjektiv kann man mit ruhiger Hand mit 1/30 Sekunde noch gerade scharfe Aufnahmen hinbekommen, mit einem 28 mm Weitwinkel habe ich schon 1/8 Sekunde geschafft. Für längere Verschlußzeiten braucht man unbedingt ein Stativ! Wer den Aufwand nicht scheut, sollte immer ein Stativ mitnehmen. So kann man auch an trüben Tagen mit Blenden um 8 fotografieren, sofern sich die Wolken nicht zu schnell am Himmel bewegen.



© Copyright: 1999-2012 Mario Lehwald
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