Grundsätzlich kann mit jeder Kamera Himmelsfotografie betreiben. Am besten geeigent
ist aber eine Spiegelreflexkamera, denn hier hat man einen weitaus
besseren Spielraum auch schwächerem Licht. Mit Wechselobjektiven kann man den
Bildausschnitt verändern. Ein Weitwinkel mit 28 mm Brennweite zeigt z. B. einen
guten Überblick. Mit einem Tele von etwa 200 mm Brennweite kann man dagegen weit
entfernte Dinge näher heranholen.
Heutzutage wird man meist zu einer digitalen Kamera greifen, wobei die digitalen Spiegelreflexkameras allerdings noch recht teuer sind. Man kommt aber auch mit einer kompakten Digitalkamera aus. Sehr nützlich ist bei diesen eine manuelle Fixierung des Fokus auf "unendlich". Spezielle Fototips zu digitalen Himmelsfotografie gibt es hier.
Wer noch analog fotografieren möchte, sollte einen Standardfilm mit einer Lichtempfindlichkeit von 100 ASA nehmen, da diese noch sehr feinkörnig sind und eine sehr gute Bildqualität erlauben. Mit den höherempfindlichen Filmen (z. B. 400 ASA) kann man zwar auch noch bei schwächeren Licht fotografieren, aber die Bildqualität nimmt wegen des gröberen Filmkorns deutlich ab! Weiterhin sollte man entscheiden, ob man Papierbilder oder Dias haben möchte. Dias sind farbkräftiger und können höhere Kontraste darstellen als Papierbilder. Andererseits muß man, um Dias zu gucken, immer erst den Projektor und die Leinwand aufbauen, während ein Fotoalbum sofort zur Hand ist! Wem letzteres nicht stört, sollte auf jedem Fall den Diafilm den Vorzug geben.
Für Wolkenaufnahmen sind Normal- und Weitwinkelobjektive am besten geeignet, da sie
einen großen Ausschnitt des Geschehens zeigen. Die Land- oder Wasseroberfläche
sollte ca. ein Drittel bis ein Viertel des unteren Bildes füllen. Die Belichtung
muß unbedingt in den hellen Stellen des Himmels gemessen werden! Niemals in die
Sonne hinein, da dies zu Fehlmessungen und zu stark unterbelichteten Bildern führt.
Genausowenig darf die Belichtung an fernen Teilen von Erdboden oder Wasser gemessen werden.
Da diese Stellen immer dunkler sind als der Himmel führt das zu vollkommen überbelichteten
Bildern!
Weiterhin sollte man auf gute Kontraste achten. Bei dunstigem Wetter wird alles nur milchig auf den Bildern. Besonders die dünnen Cirruswolken verlangen gute Kontraste! Um diese zu bekommen, kann man auch einen Polfilter einsetzen, der den blauen Himmelshintergrund abdunkelt und so den Kontrast zu den Wolken verstärkt. Am besten lassen sich die weißen und kontrastreichen Cumuluswolken fotografieren. Hier sollte man die Belichtung aber in den hellsten Stellen der Wolken messen, da diese sonst schnell überbelichtet werden oder gar auf dem Film ausbrennen!
Weiterhin muß man beachten, das die Kamera grundlegend anders als das menschliche Auge
sieht! Das Auge passt sich hohen Kontrasten wie helle Stellen oder Schatten rasch an. Die
Kamera kann jedoch nur auf eines belichtet werden - entweder auf die dunklen Bereiche, womit die
hellen überbelichtet werden und strukturlos weiß erscheinen; oder eben auf die hellen
Bereiche, wobei die dunklen Stellen unterbelichtet werden und schwarz erscheinen. Hier muß
man vor der Aufnahme entscheiden, welche Stellen wichtiger sind und auf diese korrekt belichten!
Auch sollte man mit möglichst kleinen Blenden arbeiten! Man braucht bei Himmelsaufnahmen zwar keine große Tiefenschärfe, die Bilder bekommen bei Verwendung großer Blenden aber leicht Vignettierungen (die Ecken werden dunkler) und werden kontrastärmer. Das gilt besonders für Weitwinkelobjektive! Gute Ergebnisse erhält man mit Blende 8 oder höher. Natürlich braucht man dafür auch genügend Licht damit die Verschlußzeiten nicht zu lang werden. Mit einem 50 mm Normalobjektiv kann man mit ruhiger Hand mit 1/30 Sekunde noch scharfe Aufnahmen machen, mit einem 28 mm Weitwinkel habe ich schon 1/8 Sekunde geschafft. Für längere Verschlußzeiten braucht man ein Stativ! Wer den Aufwand nicht scheut, sollte immer ein Stativ mitnehmen. So kann man auch an trüben Tagen mit Blenden um 8 fotografieren.
Der ernsthafte Himmels- und Wolkenfotograf sollte grundsätzlich immer und überall eine Kamera dabei haben! Als Zweitkamera tut es auch eine kleine Kompaktkamera, heute wird es wohl überwiegend eine digitale sein. Die besten Wolkenstrukturen treten meist immer dann auf, wenn man gerade unterwegs ist und keine Kamera dabei hat!
Kein Fotograf läßt sich einen schönen Sonnenuntergang entgehen!
Sonnenuntergänge fotografiere ich schon sehr lange - besonders in der warmen Jahrezeit
aber auch im Winter. Dies hat auch mit den astronomischen Interesse zu tun - schließlich
ist ein Sonnenuntergang immer der Auftakt der Dunkelheit mit dem anschließenden
Sternenhimmel! Bei Sonnenauf- oder -untergangsbilder sollte man ruhig etwa eine halbe bis
ganze Blendenstufe unterbelichten, das sättigt die Farben! Auch hier gilt: Die
Belichtung muß in den hellen Stellen des Himmels gemessen werden, niemals in die
Sonne hinein, weil das zu vollkommen unterbelichteten Bildern führt!
Hierzu benötigt man ein Kamera mit einer Einstellung "B" oder "T",
einen Drahtauslöser und ein Stativ. Man sollte Filme mit mittleren
Lichtempfindlichkeiten von 200 oder 400 Asa verwenden. Mit Belichtungszeiten von etwa 10
bis 20 Sekunden werden bei Blende 2.8 bereits alle Sterne auf dem Film abgebildet, die man
mit bloßem Auge sieht! Wird die Belichtungszeit länger, werden die Sterne
aufgrund der Drehung der Erde zu kleinen Strichen auseinandergezogen.
Sehr eindrucksvoll sind auch Aufnahmen, die noch in der Dämmerung gemacht werden. Das tiefe Himmelsblau wirkt zusammen mit dem gelblichen oder orangen Dämmerungsschein fantastisch! Man sollte immer versuchen, einige Vordergrundmotive wie z. B. eine Baumgruppe o. ä. mit ins Bild zu bekommen!
Wer nicht gerade selbst entwickelt, sollte bei Astroaufnahmen den Diafilm bevorzugen, da bei der Entwicklung von Abzügen in den Großlabors bei solchen Aufnahmen leider viel schiefgeht und die Ergebnisse überhaupt nicht zufriedenstellen. Von grünem Himmel bis einer grauen Matschfläche ist alles dabei!