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Fototips


wetter1.jpg Im Januar 1982 begann ich mit dem Fotografieren mit einer einfachen Kompaktkamera, in der Filmcassetten von Kodak eingelegt wurden. 1983 folgte die erste Spiegelreflexkamera für Kleinbildfilm. Ich verwendete zuerst Negativ- und später in den 90er Jahren Diafilme. Im Jahr 2000 wechselte ich wieder zu Negativfilmen. Die Filme gab ich in Fotogeschäfte, wo sie zum Großlabor zur Entwicklung gegeben wurden. So betrieb ich die Fotografie die längste Zeit meines Lebens.

Inzwischen hat sich das Bild gewandelt. Die sogenannte analoge Fotografie ist heute so gut wie ausgestorben. Stattdessen gibt es digitale Kameras, wo die Bilder mit einem Chip erzeugt werden. Solche Digitalkameras sind heute Standard und haben auch bei mir im Jahr 2004 Einzug gehalten. Bei ihnen entfällt das Filmmaterial, dessen Entwicklung und damit verbundenen Kosten. Die Bilder sind sofort fertig und gleich am Computer weiterverarbeitet und verwendet werden. Auch ist die Aufbewahrung der Bilder auf CD's wesentlich platzsparender als Stapel von Fotoalben oder Diamagazinen.



Die Kamera

Für Tagaufnahmen muß es nicht unbedingt eine digitale Spiegelreflex sein, da diese teuer sind als kompakte Kameras. Wer es sich leisten kann, sollte zu einer digitalen Spiegelreflexkamera greifen, da man mit dieser die meisten Möglichkeiten hat und vor allem auch verschiedene Objektive benutzen kann!

Gute Bilder kann man aber auch mit einfacheren kompakten Digitalkameras machen, da auch diese schon hohe Bildauflösungen bis zu 20 Megapixeln haben. Für Himmelsaufnahmen ist ein manueller Fokus empfehlenswert. Der meist vorhandene Autofokus bei den einfachen Digitalkameras kann oft im Bereich des Himmels nicht scharfstellen, da hier die dazu nötigen scharf umrissenen Strukturen fehlen. Es gibt heute auch kompakte Digitalkamera mit einer manuellen Fokuseinstellung.



Wetter- und Himmelsfotografie

wetter2.jpg Die Land- oder Wasseroberfläche sollte etwa ein Drittel bis ein Viertel des unteren Bildes füllen. Bei Wolken, die recht hoch am Himmel stehen, ist es vorteilhaft wenn zumindest in einer Bildecke etwas irdisches abgebildet ist, z. B. die Spitze eines Baumes, Hauses, Turmes usw., da man ansonsten kein Vergleich der wahren Größenverhältnisse hat!

Weiterhin sollte man auf gute Kontraste achten. Bei dunstigem Wetter wird alles kontrastarm und milchig auf den Bildern erscheinen. Besonders die dünnen Cirruswolken verlangen gute Kontraste. Um diese zu bekommen, kann man bei Spiegelreflexkameras einen Polfilter einsetzen, der den blauen Himmelshintergrund abdunkelt und so den Kontrast zu den Wolken verstärkt. Am besten lassen sich die weißen und kontrastreichen Cumuluswolken fotografieren. Hier sollte man die Belichtung aber in den hellsten Stellen der Wolken messen, da diese sonst schnell überbelichtet werden.

Der ernsthafte Himmels- und Wolkenfotograf sollte grundsätzlich immer und überall eine Kamera dabei haben! Als Zweitkamera tut es auch eine kleine kompakte Digitalkamera. Die besten Wolkenstrukturen treten meist immer dann auf, wenn man gerade unterwegs ist und keine Kamera dabei hat!



Belichtung

Eine Kamera sieht grundlegend anders als das menschliche Auge. Das Auge passt sich hohen Kontrasten wie hellen Stellen oder dunklen Schatten rasch an. Die Kamera kann jedoch nur auf eines belichtet werden - entweder auf die dunklen Bereiche, womit die hellen überbelichtet werden und strukturlos weiß erscheinen; oder eben auf die hellen Bereiche, wobei die dunklen Stellen unterbelichtet werden und schwarz erscheinen. Hier muß jeder vor der Aufnahme entscheiden, welche Stellen wichtiger sind und auf diese korrekt belichten.

Bei Himmelsaufnahmen sollte die Belichtung in den hellen Stellen des Himmels gemessen werden. Niemals in die Sonne hinein, da dies zu Fehlmessungen und zu stark unterbelichteten Bildern führt. Genausowenig darf die Belichtung an fernen Teilen von Erdboden oder im Wasser gemessen werden. Da diese Stellen immer dunkler sind als der Himmel führt das zu überbelichteten Bildern! Ich sehe immer wieder Bilder auf Webseiten, wo z. B. helle Cumuluswolken total ausgebrannt sind und als strukturlose Massen erscheinen. Sowas muß nicht sein!


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Links: Zu hell! Ausgebrannte Cumuluswolken
Rechts: Richtig belichtete Aufnahme


Die Belichtung sollte immer in den hellen Stellen des Himmels gemessen werden. Viele kompakte Digitalkameras haben Meßwertspeicher. Man mißt zunächst die hellen Stellen in dem Himmelsausschnitt, der fotografiert werden soll. Dazu muß sich dieser im Meßfeld befinden, welches sich meist in der Mitte des Sucherausschnittes befindet und durch ein Rechteck o. ä. markiert ist. Wie man den Belichtungswert speichert, ist in der Bedienungsanleitung der Kamera berschrieben.

digital3.jpg Weiterhin haben viele Digitalkameras auch eine Belichtungskorrektur. Mit dieser kann man eine Aufnahme absichtlich Über- oder Unterbelichten, meist in 1/3 Blendenstufen. Auf dem eingeschalteten Bildschirm der Kamera kann man anschließend einschätzen, ob das Bild in etwa richtig belichtet ist. Grundsätzlich sollten immer mehrere Bilder mit leicht unterschiedlichen Belichtungszeiten gemacht werden. Endgültig beurteilen läßt sich das Bild zu Hause am vernünftigen Bildschirm.



Probleme bei Autofokus

Ein Problem ist der bei den einfacheren Digitalkameras vorhandene Autofokus, der sich oft nicht auf manuell stellen läßt. Fotografiert man z. B. in den Himmel, kann der Autofokus oft nicht scharfstellen, weil die dafür nötigen scharfen Konturen fehlen. An scharfkantigen Spitzen von Cumuluswolken gelingt dies meist noch. Im anderen Fällen muß man sich einen entfernten Gegenstand suchen, der möglichst hoch ragt. Ist sowas nicht vorhanden, wird ess schwieriger. Dann kann man nur noch Horizont scharfstellen, aber dann stimmt die Belichtung nicht mehr, weil der Horizont meist viel dunkler wie der Himmel ist und das Bild dann total überbelichtet wird!

digital4.jpg In diesem Fall kann man die schon erwähnte manuelle Belichtungskorrektur benutzen. Man mißt zunächst die hellste Stelle des Himmelsausschnittes, der fotografiert werden soll. Viele Kameras zeigen auf dem Bildschirm die Verschlußzeit und die Blende an, wenn man den Auslöser halb herunter drückt. Den Wert für die Verschlußzeit merkt man sich.

Nun geht man mit der Kamera zum Horizont und bringt einen entfernten Gegenstand in das Meßfeld des Autofokus. Man drückt den Auslöser halb herunter und wenn der Autofokus das Signal zur erfolgreichen Scharfeinstellung gegeben hat, ist alles in Ordnung. Nun sieht man, welche Verschlußzeit im Sucher angezeigt wird. In der Regel ist diese viel länger, da es am Horizont immer dunkler ist als im Himmel!

digital5.jpg Nun stellt man die Belichtungskorrektur auf Unterbelichtung. Als Richtwert gilt: Eine Blendenstufe weniger ist das gleiche wie eine Halbierung der Verschlußzeit. Hat man vorher im Himmel 1/250 Sekunde Verschlußzeit und am Horizont 1/125 Sekunde, muß man die Blende um eine Stufe schließen, also minus 1 einstellen!

Das fertige Bild läßt sich sofort nach der Aufnahme auf dem Bildschirm der Kamera beurteilen. Ist es zu hell, stellt man bei der Belichtungskorrektur die Unterbelichtung etwas höher ein. Auf jeden Fall ist es notwendig, mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungskorrekturen zu machen. Das beste Bild findet man meist erst zu Hause auf dem großen Bildschirm.

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