Wolken- und Wetterfotografie ist nicht schwer. Ich betreibe sie schon seit den 80er Jahren.
Die Bilder sind relativ einfach gemacht, im Gegensatz zu anderen Aufnahmen wie z. B.
Astrofotografie, wo lange belichtet und genau nachgeführt werden muß.
Daher habe ich hier einige Tips zusammengestellt. Die meisten werden heute wohl digital fotografieren, aber da ich es selbst lange Zeit gemacht habe, sind hier weiterhin auch Tips zu analogen Fotografie zu finden.
Die Land- oder Wasseroberfläche sollte etwa ein Drittel bis ein Viertel des unteren Bildes
füllen. Bei hohen Wolken am Himmel ist es vorteilhaft, wenn zumindest in einer Bildecke
etwas irdisches mit abgebildet ist, z. B. die Spitze eines Baumes, Hauses, Turmes usw.,
da man ansonsten kein Vergleich der wahren Größenverhältnisse hat!
Die Belichtung muß unbedingt in den hellen Stellen des Himmels gemessen werden! Niemals in die Sonne hinein, da dies zu Fehlmessungen und zu stark unterbelichteten Bildern führt. Genausowenig darf die Belichtung an fernen Teilen von Erdboden oder Wasser gemessen werden. Da diese Stellen immer dunkler sind als der Himmel führt das zu vollkommen überbelichteten Bildern!
Weiterhin sollte man auf gute Kontraste achten. Bei dunstigem Wetter wird alles kontrastarm und milchig auf den Bildern erscheinen. Besonders die dünnen Cirruswolken verlangen gute Kontraste! Um diese zu bekommen, kann man auch einen Polfilter einsetzen, der den blauen Himmelshintergrund abdunkelt und so den Kontrast zu den Wolken verstärkt. Am besten lassen sich die weißen und kontrastreichen Cumuluswolken fotografieren. Hier sollte man die Belichtung aber in den hellsten Stellen der Wolken messen, da diese sonst schnell überbelichtet werden oder gar auf dem Film ausbrennen!
Der ernsthafte Himmels- und Wolkenfotograf sollte grundsätzlich immer und überall eine Kamera dabei haben! Als Zweitkamera tut es auch eine kleine kompakte Digitalkamera. Die besten Wolkenstrukturen treten meist immer dann auf, wenn man gerade unterwegs ist und keine Kamera dabei hat!
Kein Fotograf läßt sich einen schönen Sonnenuntergang entgehen!
Sonnenuntergänge fotografiere ich schon sehr lange - besonders in der warmen Jahrezeit
aber auch im Winter. Dies hat auch mit den astronomischen Interesse zu tun - schließlich
ist ein Sonnenuntergang immer der Auftakt der Dunkelheit mit dem anschließenden
Sternenhimmel! Bei Sonnenauf- oder -untergangsbilder sollte man ruhig etwa eine halbe bis
ganze Blendenstufe unterbelichten, das sättigt die Farben! Auch hier gilt: Die
Belichtung muß in den hellen Stellen des Himmels gemessen werden, niemals in die
Sonne hinein, weil das zu vollkommen unterbelichteten Bildern führt!
Hierzu benötigt man ein Kamera mit einer Einstellung "B" oder "T",
einen Drahtauslöser und ein Stativ. Man sollte Filme mit mittleren
Lichtempfindlichkeiten von 200 oder 400 Asa verwenden. Mit Belichtungszeiten von etwa 10
bis 20 Sekunden werden bei Blende 2.8 bereits alle Sterne auf dem Film abgebildet, die man
mit bloßem Auge sieht! Wird die Belichtungszeit länger, werden die Sterne
aufgrund der Drehung der Erde zu kleinen Strichen auseinandergezogen.
Sehr eindrucksvoll sind auch Aufnahmen, die noch in der Dämmerung gemacht werden. Das tiefe Himmelsblau wirkt zusammen mit dem gelblichen oder orangen Dämmerungsschein fantastisch! Man sollte immer versuchen, einige Vordergrundmotive wie z. B. eine Baumgruppe o. ä. mit ins Bild zu bekommen!
Wer nicht gerade selbst entwickelt, sollte bei Astroaufnahmen den Diafilm bevorzugen, da bei der Entwicklung von Abzügen in den Großlabors bei solchen Aufnahmen leider viel schiefgeht und die Ergebnisse überhaupt nicht zufriedenstellen. Von grünem Himmel bis einer grauen Matschfläche ist alles dabei!